VÖ: 10.02.2006
Bewertung: ausgezeichnet
Label/Vertrieb: Frontiers Records/Soulfood
EAN Code: 8 024391 0273
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CD
Toto: Falling In Between (Rock)
Michael Jackson, Mick Jagger, Joe Cocker, Eric Clapton und Stevie Wonder. Das sind nur einige der Persönlichkeiten, in deren Diensten Musiker der aktuellen Toto-Besetzung standen oder stehen. Die Aufzählung ist kein pures Namedropping. Sie soll verstehen helfen, was auf "Falling In Between" abgeht. Eine Band, die selbst Legende ist, deren Mitglieder ständig von Legenden gerufen werden. Wenn die sich ins Studio verkriechen, kann genau zweierlei dabei rauskommen: Seelen- und orientierungsloser Virtuositätsfanatismus oder über alle Zweifel und Trends erhabene Rocknummern. Kein "Falling In Between" jedenfalls.
Es sind die erhabenen Rocknummern geworden. Etwas erstaunlich, denn "Mindfields", das letzte richtige Studioalbum, war bei aller Professionalität eine durchwachsene Angelegenheit. Wo immer man Totos Abstieg ansetzt, ob bereits nach "Toto IV" oder erst nach "Tambu" - der Aufstieg nennt sich "Falling In Between". Steve Lukather greift herzhaft in die Saiten, drückt dem progressiven Eröffnungstitel eine Metal-Note auf, dass jeder kalte Füße bekommt, der netten, aber unverfänglichen Schmuserock erwartet hat. Verzagen muss er dennoch nicht, seine Erwartungen werden mit der Singleauskopplung "Bottom Of Your Soul", mit "Simple Life" und mit "Spiritual Man" erfüllt. Ach was, übertroffen werden sie, gerade der letztgenannte Track ist ein prächtiger Seelenstrip, ausstaffiert mit dem intensiven Aroma eines Gospelchors. Es ist ein farbenfrohes Spektrum, in dem sich einiges als "typisch" klassifizieren lässt. Das schillernde "Dying On My Feet", in welchem die Bläsersektion von Chicago zur richtigen Zeit am richtigen Platz ist. Das juckende, funkige "Let It Go", in welchem der Neuzugang Greg Phillinganes richtig zum Zuge kommt. Das kleinste Zahnrädchen wurde geschmiert, die Maschinerie läuft im Einklang von kunstvoll ausbalancierten Melodien und mitreißenden Rhythmen.
Eine Zeitlosigkeit, wie sie Alben vom Schlage "Toto IV" nachweislich besessen haben, kann in Zeiten, in denen der Reiz der angenehmen Unvollkommenheit spürbar ist, für "Falling In Between" nicht beansprucht werden. Das ist bei aller Begeisterung anzumerken. Die Jagd nach dem perfekten Rocksong wird zur Jagd nach einem Ideal, welches nicht mehr selbstverständlich, ja sogar unverständlich wirken mag. Dennoch, dass sich Toto nicht zurücklehnen und auf ihren goldenen Schallplatten Cocktails servieren lassen, sich auch keinen Rapper an Land ziehen, um gemeinsam vor der Moderne in die Knie zu gehen und schon gar nicht mit halbgaren Neukreationen Gründe für die nächste Best-Of-Tournee suchen, ist bewundernswert. Kurz: Toto sind gegenwärtig eine der wenigen Altrocker, die den guten Ruf ihres Namens nicht an die Wand fahren. Mehr noch, sie werden ihn mit "Falling In Between" aufpolieren können.
content: teleschau - der mediendienst
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