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Dabeisein ist alles! moderiert den 50. "Kölner Treff" im WDR (Freitag, 28.09., 21.45 Uhr) videothek.us

(WDR / Fürst-Fastré)Seit März 2006 moderiert Bettina Böttinger mit Erfolg die WDR-Talkshow "Kölner Treff". Am 28. September (21.45 Uhr) steht die 50. Sendung an.


(WDR / Fürst-Fastré)Am 28. September (21.45 Uhr) moderiert Bettina Böttinger die 50. Ausgabe der WDR-Talkshow "Kölner Treff".


(WDR / Fürst-Fastré)Mit ihrer langjährigen "etwas anderen" Talkshow "B. trifft ..." wurde Bettina Böttinger über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bekannt. Inzwischen moderiert sie mit großem Erfolg den "Kölner Treff".


(WDR / Herby Sachs)Beim Medienforum im Kölner Cinedom präsentierte die Moderatorin Bettina Böttinger den "Tatort"-Jubilaren Dietmar Bär (links) und Klaus J. Behrendt eine Torte zum "Zehnjährigen".

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Bettina Böttinger
moderiert den 50. "Kölner Treff" im WDR (Freitag, 28.09., 21.45 Uhr)

Dabeisein ist alles!

(tsch) "Es wird einfach die 50. Ausgabe sein, und es wird keine Girlanden oder Blumen geben", sagt Bettina Böttinger, wenn man sie zur nunmehr anstehenden 50. Ausgabe der Neuauflage des legendären "Kölner Treff" befragt, den es in den 70-ern schon einmal mit Alfred Biolek und Elke Heidenreich gab. Seit März 2006 moderiert sie die wöchentliche Sendung, zunächst mit Achim Winter, jetzt im Alleingang. Jubiläen ist die stets gut aufgelegte und immer hellwache Moderatorin gewohnt: Ihre "etwas andere" Talkshow "B. trifft ..." wurde im WDR zum Dauerbrenner. Zwei Gäste, ein Thema und ein überraschendes Zusammentreffen der beiden, die zuvor nichts wussten von ihrem Glück. Elf Jahre lang, von 1993 bis 2004, wurde die Erfolgssendung ausgestrahlt.

"Ich hätte mich mit der Sendung an das Rentenalter heranmoderieren können", sagt rückblickend die 1956 in Düsseldorf geborene Rheinländerin. Doch das wollte sie nicht. So gab es zwischendurch andere Versuche, darunter auch eine Weiterentwicklung von "B. trifft ..." unter dem Titel "B. fragt ..." im Ersten. Aber sie moderiert auch Kulturmagzine wie das sonntägliche "West art", und immer wieder gerne Galas wie den Grimme-Preis. "Den habe ich dreimal moderiert, dreimal wurde ich auch selbst nominiert, aber ich habe ihn nie bekommen", sagt sie lachend. "Dabeisein ist eben alles."

Nun also Neustart beim "Kölner Treff" nach der Sommerpause im WDR-Fernsehen. "Sich auf Personen einlassen, zuhören, ein gutes Gespräch führen", war schon immer ihr Konzept. Prominente fanden und finden sich ebenso wie eher Unbekannte bei Böttinger ein. Sie habe, so sagte sie schon vor Jahren, gelernt, viele Dinge zuzulassen. "Gespräche außerhalb gesellschaftlicher Normen" gehörten ebenso dazu wie "der Sinn für Unsinniges".

Beim "Kölner Treff", der sich mit jeweils fünf Gästen in der Runde ein wenig an die Freitagabend-Shows aus dem Norden, also an die N3-Talkformate mit langer Tradition ("3 nach 9", "Herman und Tietjen") angeglichen hat, ist das nicht anders. Mehr Tempo sei beispielsweise für sie kein Kriterium, sagt Bettina Böttinger, sie sucht auch hier "das ruhige, einfache Gespräch. Jeder könne ausreden in den live gesendeten 85 Minuten". Viel Wert legt sie darauf, in ihrer Sendung nicht nur Leute zu haben, die "Spökes", also lustige Scherze machen, sondern auch "Gäste, bei denen man ins Grübeln kommt", wie beispielsweise bei dem jüdischen Auschwitz-Überlebenden Thomas Buergenthal, Richter am Internationalen Volksgerichtshof in Den Haag. Im Übrigen gelte im Hinblick auf die anderen Freitags-Takrunden auch hier der Leitsatz: "Konkurrenz belebt das Geschäft."

Längst hat Bettina Böttinger ihre eigene Produktionsfirma "Encanto" in Köln gegründet, mit der sie außer dem "Kölner Treff" unter anderem Tier-Doku-Soaps wie "Pinguin, Löwe & Co." aus dem Münsteraner Zoo (ARD), "Die Welpenschule" (im WDR) oder "Wildes Kinderzimmer" (bei vox) produziert. "Es hätte zwei Modelle gegeben", sagt Böttinger: "Ich bin Moderatorin, komme als Einzelkämpferin, mache eine Sendung pro Woche und tummle mich sonst auf dem Tennisplatz. Oder ich arbeite im Team, baue eine Produktionsfirma auf. Das geht dann nicht nur mit der einen eigenen Sendung."

So sitzt sie drei Tage in der Woche an jedem Morgen an ihrem Schreibtisch im Büro, den berühmten Dackel Nicki stets bei Fuß, und achtet mit gehörigem Teamspirit darauf, dass im 25-Menschen-Betrieb alles bestens funktioniert. Zwei Tage bleiben für die Vorbereitung der Talkshow - donnerstags wird gelesen und recherchiert, freitags bereits ab mittags für die Live-Sendung geprobt.

Bettina Böttinger schätzt die "wunderbaren Begegnungen", die ihr Beruf mit sich bringt, sie empfindet ihn gar als "Geschenk". Trotzdem zieht es sie als Gelegenheitsreporterin für verschiedene Tageszeitungen auch immer wieder in ferne Länder, darunter Krisengebiete wie Afghanistan oder das Nachkriegs-Bosnien, wo sie versucht, "Friedensarbeit" zu leisten und einen Ausgleich für das vertraute Moderatoren-Gewerbe zu finden: "Nur Talkshow, das wäre mir zu wenig." Über ihr Privatleben spricht sie, ganz freimütig, "lieber nicht". Über Harald Schmidt, der sie in seiner Late-Night-Show mal spöttisch als männerresistent outete, sagt sie heute: "Schwämmchen drüber. Ich sehe ihn sowieso eher selten."

Gerne läuft die passionierte Freizeitsportlerin Halbmarathon, die volle Distanz findet sie zu "knochenhart". Demnächst, beim "Kölner Brückenlauf", ist sie wieder dabei, wenn es - hin und her - über fünf Brücken geht. Sie achtet dann darauf, dass sie "nicht gerade im hinteren Drittel" landet und bekräftigt: "Ich komme halt nicht so gerne auf dem Zahnfleisch daher." Eine Kämpferin von Format ist sie eben. Gerade so wie im richtigen Leben.

content: teleschau - der mediendienst

Links:
Infoseite Bettina Böttinger
Homepage "Kölner Treff"


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für Heute,
den 03.09.2010

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