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Langbesprechung Wo zum Teufel ist die blaue Pille? videothek.us
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Genre: Online
Hersteller: Monolith / Warner Interactive
Multiplayer: ja
Sonstiges: Minimum CPU mit 2,0 GHz, 512 MB RAM, 5,3 GB freier Festplattenspeicher, 3-D-Karte mit 64 MB RAM
Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene
VÖ: erschienen
Preis: ca. 50 Euro + Zusatzkosten
EAN Code: 5060004764174 Bewertung
Grafik: befriedigend
Steuerung: gut
Sound: sehr gut
Spielspaß: befriedigend
Alter: ab 12
Gesamt: befriedigend
verfügbare Plattformen
PC
(getestete Version)
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Game
Wo zum Teufel ist die blaue Pille?
The Matrix Online (Online)
(tsch) Ein toter Messias, ein fragwürdiger Frieden und ein kitschiger Sonnenaufgang? Nein, so darf großes Actionkino nicht enden - schon gar nicht die "Matrix"-Trilogie der Wachowski-Brüder. So vieles blieb ungeklärt: Was passiert nach "Revolutions"? Sagen sich Mensch und Maschine einfach gute Nacht? Wo wurde Neos Leichnam hingebracht? Und was zum Teufel wurde eigentlich aus diesem arroganten Franzosen, der sich selbst Merowinger schimpfte und glaubte, gar das Schicksal zu kontrollieren? Fragen über Fragen, auf die Monolith in seinem Online-Rollenspiel "The Matrix Online" eine Antwort geben will - hätten sich nicht unzählige Bugs in die grünen Programmierzeilen geschlichen.
Dabei haben es die Shooter-Spezialisten ("No One Lives Forever") wirklich geschafft, die Atmosphäre der Computer-Scheinwelt akkurat auf den heimischen PC zu übertragen - angefangen beim passenden Outfit des virtuellen Alter Ego. Mantel muss sein. Sonnenbrille auch, klar. Man will schließlich cool aussehen, wenn man durch Megacity spaziert und springt - oder fliegt. Dennoch braucht es seine Zeit, ehe sämtliche Style-Fragen geklärt sind. Immerhin: Die Wahl einer Charakterklasse entfällt. Stattdessen lassen sich später drei unterschiedliche Laufbahnen einschlagen: die des Hackers, des Coders oder des Operatives. Durch die Entwicklung unterschiedlicher Talente und Fähigkeiten mutiert die eigene Figur schließlich zum Martial-Arts-Experten, zum Virologen oder zu einem guten Dutzend anderer Spezialisten.
Damit nicht genug der Entscheidungen: Für wen soll man in der Matrix arbeiten? Für die Zion-Rebellen? Für die Merowinger-Exilanten? Oder gar für die Maschinen? Jede der Gruppierungen lockt mit eigener Story und einer Vielzahl von Quests. Letztere sind in nette Geschichten verpackt: Mal will ein Zion-Flüchtling aus der Gewalt von Agenten befreit, mal eine Gruppe von Exilanten verdroschen werden. Klingt spannend und abwechslungsreich, ist es aber nicht. Meist irrt der Spieler auf der Suche nach seinem Zielobjekt durch monotone Häuserflure, deren Texturen sich wie ein Mr. Smith dem anderen gleichen und mehr Clipping-Fehler produzieren, als das Orakel Kekse backen kann. Unweigerlich kommen neue Fragen beim User auf? Wo bleibt da der erlösende Telefonanruf? Die fristlose Kündigung des Architekten? Oder die blaue Pille für danach?
Darüber hinaus machen einem zahlreiche Bugs das Leben in den Tiefen des Kaninchenbaus reichlich schwer: So verschwinden NPCs, die zu einem Ausstiegspunkt begleitet werden sollen, wegen ihrer dämlichen Wegfindungs-KI spurlos in der nächsten Mauer. Ein Lösen der Mission wird dadurch unmöglich. Nur ein Beispiel aus einer ganzen Reihe von kleinen und größeren Programmfehlern, die hoffentlich schleunigst per Patch behoben werden. Denn mal ehrlich: Irgendwie ist es albern, wenn tote (!) Gegner noch wild um sich ballern und dafür auch noch monatliche Abogebühren in Höhe von knapp 13 Euro berappt werden müssen. Apropos: Bezahlt wird per Kredit- oder Prepaid-Karte.
Doch "Matrix Online" hat auch seine Vorzüge. Neben der Original-Soundkulisse überzeugt vor allem das innovative Kampfsystem mit seinen spektakulären, jedweder Schwerkraft trotzenden Moves - Zeitlupeneffekt inklusive. Leider nutzen sich die Show-Einlagen aufgrund ihrer schieren Masse recht schnell ab. Was bleibt, sind nette Tag-, Nacht- und Wetterwechsel sowie detaillierte Charaktermodelle, die sich fein animiert durch karge Straßenschluchten bewegen. Doch der zu zahlende Hardware-Preis ist enorm: Wer "Matrix Online" nur halbwegs ruckelfrei in einer hohen Auflösung und mit allerlei zugeschalteten Grafik-Sperenzchen spielen möchte, sollte eine Maschine jenseits von 2,6 GHz Taktfrequenz und einem GB RAM sein Eigen nennen. Andernfalls droht immerwährende "Bullet-Time".
"Matrix Online" aber als kompletten Systemausfall abzutun, wäre nicht fair. Das Game hat enormes Potenzial - nicht zuletzt dank seiner grandiosen Vorlage und der schier unbegrenzten Möglichkeiten, die die Scheinwelt aus dem Computer bietet. Bis dieses jedoch voll ausgeschöpft wird, dürften noch viele grüne Programmcodes den Bildschirm hinunter fließen.
content: teleschau - der mediendienst
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TV-Kurztipps
für Heute,
den 03.09.2010
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